10.10.2016

Ich kenne dich aus meinen Träumen

Was machst du, wenn die Geliebte im Koma liegt?


Ich kenn dich aus meinen Träumen
Autor: Clélie Avit
Verlag: Goldmann
Seiten: 253
Preis: 8,99€
ISBN: 978-3442484249

Inhalt:

Elsa ist eine junge Frau, die nun schon seit einiger Zeit im Koma liegt. Sie ist bei einer Gletscherwanderung hinunter gestürzt.
Seit geraumer Zeit bekommt sie nur noch selten besuche. Jeden Mittwoch von ihrer Schwester und ab und zu von ihren Eltern. Nur anhand der Putzfrau kann sie die Tage und Monate zählen, denn seit einiger Zeit kann Elsa alles hören, was in ihrer Umgebung geschieht. 
Thibault ist ein junger Mann, der sein Leben lebt. Gerade frisch getrennt aus einer längeren Beziehung probiert er sein Leben in den Griff zu bekommen. Dazu kommt noch, dass sein Bruder im Krankenhaus liegt, weil er betrunken Auto gefahren ist. Doch Thibault ist sauer auf ihn, weil er zwei unschuldige Mädchen bei diesem Unfall getötet hat. Immer wenn er seine Mutter zum Krankenhaus fährt, sucht er einen Ausweg seinen Bruder nicht sehen zu müssen.
Zufälligerweise gelangt er ins Zimmer 52. Das Zimmer von Elsa und verbringt dort die Stunden, während seine Mutter bei seinem Bruder ist. Er spricht mit Elsa und berührt sie. Elsa bekommt das alles mit und hat nur noch einen Wunsch, herauszufinden wer der Unbekannte ist. 

Fazit:

Der Klappentext klingt sehr interessant und auch irgendwie sehr schön. Man erwartet eine tolle Geschichte mit Happy End. Das Cover finde ich auch sehr schön. Die Farben passen wunderbar zusammen und ergeben einen tollen Kontrast. Es verrät nicht sehr viel über das Buch und auch der Titel klingt sehr verträumt. 

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Man erfährt gleich vom Schicksal der jungen Elsa und kann sich super in sie hinein versetzen. Durch die lockeren und sehr direkten Gedanken der Komapatientin kann man auch schmunzeln. Es ist kein trauriges Buch, sondern gibt Hoffnung. 

Im Laufe der Geschichte lernt man auch noch Thibault und sein Leben kennen. Die Beiden entwickeln ein kleines Ritual auf das sie sich Beide immer freuen. Die Beziehung ist sehr schwer und bringt Thibaults Gefühle ganz schön durcheinander. Doch auch er ist ein sehr direkter Mensch und weiß was er will. In der Geschichte hat man zwei Erzählperspektiven. Man bekommt immer die Sicht von Thibault und die Gedanken von Elsa erzählt. So kann man sich ein gutes Bild der Gefühle von beiden Charakteren machen und weiß als Leser mehr, als die Protagonisten selbst. Die Beiden sind wirklich sehr gut durchdacht und auch schön bildlich dargestellt. Man kann quasi mit allen Sinnen erleben, was sie durchmachen.

Am Ende wird es sogar etwas traurig. Der Autor nimmt den Leser noch einmal auf eine Gefühlsebene mit, die zum Lachen und zum Weinen bewegt. 

Das Buch ist wirklich schön und mit seinen wenigen Seiten auch sehr schnell zu lesen. Auch der leichte und flüssige Schreibstil ist dabei eine große Hilfe. Ich finde das Buch gibt Hoffnung, für all diejenigen, die mit Komapatienten arbeiten oder sogar leben müssen. Ich war noch nie in einer solchen Situation und stehe mit gespaltener Meinung zu diesem Thema da. 
Die Geschichte fand ich wirklich sehr Herzerwärmend und habe mich über das Ende sehr gefreut.
Ich gebe dem Buch 4 Sterne von 5, da mir noch ein bisschen mehr fehlte. Im mittleren Teil hat sich die Story auch etwas gezogen, was dem Lesefluss nicht beeinflusst , mich aber etwas langweilte. Außerdem hätte ich mir noch ein wenig mehr aus der Sicht der Eltern und Freunde gewünscht. Das man auch andere Sichten bekommt und wie die mit diesem Thema umgehen.